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Die Übliche.

Rund 30 Kilometer von Ahlen nach Hamm und anders zurück.

Stadt, Schloss, Stadion, Kanal, noch ein Schloss, Feld, Wald, Zeche. Irgendwie also alles wie immer. Und trotzdem relativ zur Länge eine der schönsten Strecken, die ich je fuhr.
Los geht es wie üblich in Ahlen, ach, natürlich nicht wie üblich, aber wie beim letzten oder vorletzten Mal auch schon, im Schatten des ja bereits als Ungetüm beschriebenen Rathauses beziehungsweise des als Rathaus beschriebenen Ungetüms. Abgesehen davon, was ist üblich? Wo beginnt die Üblichkeit, wo hört sie auf?
Vollkommen unüblich lasse ich mich auf den ersten Metern von der komoot-App leiten, in 40 Metern rechts, dann links abbiegen, dann 100 Meter geradeaus. Schnell merke ich, dass ich eh der rotweißen Beschilderung folge, App also aus. Es geht über einen zwar asphaltierten, jedoch zugeschissenen Wirtschaftsweg nach Süden, bis zum Schloss Oberwerries ist es nicht weit. Hübsch friedlich liegt es zwischen Lippe und Sonne, als ich ein Foto über WhatsApp verschicke fragt H., ob es Burg Hülshoff sei. Tatsächlich sehen sich westfälische Wasserburgen irgendwann oft sehr ähnlich. Anders Schloss Heesen, ein paar Kilometer weiter westlich, ein bisschen mehr Hogwarts und Ratzeburger Dom, Stichworte: Internat und Stufengiebel. Danach die Doppelüberquerung: erst Datteln-Hamm-Kanal, dann Lippe. Oder andersrum. Nee, andersrum, sonst macht es keinen Sinn. Hinterm Kanal dann der schöne Sportpark Hamm-Ost. Die Haupttribüne der „nexx24-Arena“ („Design your life!“) steht etwas auf verlorenem Posten, Kinder auf Wiesen, Menschen auf Bänken, an der Saline – wie kommt die hier plötzlich hin – herrscht Hochbetrieb, ein älteres Paar joggt mehrmals drumherum.
Richtung Osten geht es für ein zwei, drei Kilometer am Kanal, das ist gerade noch erträglich, mehr wäre langweilig, dann auf einem erstaunlich gut ausgebauten Radweg im großen Bogen zurück nach Ahlen. Zuerst sehe ich den Berg, da wird man in den hiesigen Breitengraden schon misstrauisch. Kann doch nur ne Halde sein! Und so ist es. Gleich daneben also die Zeche Westfalen, das Knallgelb der „letzten Lore“ aus dem Jahr 2000 steht im harten Kontrast zu den ins Rostbraun driftenden Betriebsgebäuden. Hinter der Bergarbeitersiedlung steht dann schon das Stadion und von dort geht es nur noch die Werse hoch zum Rathaus.