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Das See, die Bier, dem Griechen.

15 Kilometer von Essen-Steele zum Griechen nach Werden

Von dieser Tour darf man eigentlich niemandem erzählen. Geplant war eine Wanderung rund um den Baldeneysee, jene blaugrüne Wellness-Oase im Süden Essens, 16 Kilometer, danach ein Belohnungsbier, vielleicht zwei. Um es vorweg zu nehmen: Das Belohnungsbier, vielleicht zwei, gab es schon zu Beginn (und zwischendurch).

Startpunkt, eigentlich: Bahnhof Essen-Kupferdreh. Wir stiegen in die falsche Bahn, weil die richtige nicht kam, und also in Essen-Steele wieder aus. Halb so wild, einmal in die Trinkhalle, quer durch die Fußgängerzone, schon waren wir an der Ruhr, die wenige Kilometer weiter in eben jenen Baldeneysee mündet. Wir waren zu dritt, es war Fronleichnam, wir tranken Bier und Hugo, es war mittag, Essen feierte, Essen radelte, Essen sonnte sich und zu diesem Zeitpunkt hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass wir es tatsächlich am Ende noch um den halben See schaffen sollten. Quer durch ein Wohngebiet voller Luxuskarossen erreichten wir zunächst die Isenburg, eine Ruine mit Weitblick. Kinder klettern, Erwachsene machen Handyfotos, ein Mann mit Thor-Steinar-Shirt liest ein Buch über den Deutschen Ritterorden, a bit creepy. Es gibt Schnitten und Bananenkuchen.

Wir laufen ganze 100 Schritte weiter. In der „Heimlichen Liebe“ tragen wir uns fleißig in Corona-Listen ein und bestellen Bier. Wer sich nun fragt, was das mit einer Wanderung zu tun hat, der gedulde sich, es geht ja noch weiter. Jetzt nämlich: wir laufen mehrere Kilometer (!) auf dem Baldeney-Steig, der sehr schön ist. Er führt auf und ab durch dichten Laubwald um die Villa Hügel herum. Beider Ausmaß überrascht mich. Die Bäume habe ich nicht gezählt, aber die Villa hat an die 400 Räume, ist also eher ein Schloß. Der Steig ginge noch weiter und ist bestimmt toll, doch der Hunger treibt uns über den See in den hübschen Essener Ortsteil Werden, wo wir uns leider für den Griechen entscheiden. Nichts gegen Griechen, aber was man an Fleischladungen auf den Teller kriegt, geht auf keine Kuhhaut. Ich glaube ja, dass es nur bei Griechen konsequent einen Schnaps auf’s Haus gibt ist eine Art Schuldeingeständnis. Aber das hat mit Wandern nun überhaupt gar nichts mehr zu tun. Also, beim nächsten Mal geht es wieder seriöser zu, versprochen.

Tour bei Komoot

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