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Der Appetizer.

Kleine Radtour von Oer-Erkenschwick nach Recklinghausen und zurück, mit Rumgetingel vielleicht 25 km.


Ich liebe ja Zechen. Das Nomen, nicht das Verb, wobei das auch, aber das ist ein anderes Thema. Also, ich meine die Dinger, wo früher Kohle gefördert wurde. Niemals hätte ich dort gerne gearbeitet, eine elende Schufterei muss das gewesen sein, wobei Kumpel zu sein ja auch Status war, aber das ist ein anderes Thema. Nachdem ich also kürzlich bei der Zeche Ewald war, las ich nun von der Zeche Ewald Fortsetzung. Das ist nicht etwa der zweite Teil einer Netflix-Serie oder was, nee, die Zeche heißt tatsächlich so: Zeche Ewald Fortsetzung. Sie liegt zudem in Oer-Erkenschwick, einem Ort, den ich schon lange mal besuchen wollte. Also mehr Erkenschwick, weniger Oer. Erkenschwick hat eine gewisse Fußballtradition, die auch wieder mit der Zeche Ewald Fortsetzung zusammenhängt, aber das ist ein anderes Thema. Was Oer hat, weiß ich nicht. Aber genug der Vorrede, los geht’s: in Erkenschwick lasse ich das Auto stehen und radele zunächst zur Zeche. Klein, aber fein! Beziehungsweise auch völlig verfallen, aber eben sehr zechig. In den Verwaltungsgebäuden haben sich irgendwelche Cateringbetriebe und so angesiedelt, ansonsten viel Staub.

Ich frage mich ja, was untendrunter ist, da müssen ja unendlich tiefe, weite … ach was, wahrscheinlich alles zugeschüttet. Also weiter geht’s auf einen Berg, nanu, ein Berg im nördlichen Ruhrgebiet, im südlichen Münsterland, während der Auffahrt wundere ich mich wie ein Würmchen, dass man seinem Biotop entnimmt, und erst oben angekommen wird mir klar, dass der Berg die Halde ist. Nicht hoch, aber schöner Blick über Erkenschwick. Oben trinkt man Dosenbier. Endlich finde ich auch das Stadion der sagenumwobenen Spvgg (=Spielvereinigung), ein Pracht-Relikt früher Fußballzeiten, in das einst 25.000 Leute gingen, heute aus Sicherheitsgründen weniger. Leider ist alles abgeschottet. Ich folge dem Radweg entlang einer vielbefahrenen Straße – unschön, aber zielführend – nach Recklinghausen. Wir kannten uns bislang nur vom Hörensagen und der ein oder anderen Durchfahrt, doch was ich sehe ist mir durchaus sympathisch, teilweise. Schäbiger Ruhrgebietscharme (erwartbar) gepaart mit schnuckeliger Altstadt, umgeben von üppigen Bauten der Jahrhundertwende, furchtbar viel Straßenverkehr (erwartbar). Ich habe nicht viel Zeit mitgebracht, weswegen ich noch mal wiederkommen werden muss, aber eines muss ich noch sehen: das Rathaus!

Ein Klotz von einem Rathaus, der davon zeugt, dass man zumindest mal davon ausging, diese Stadt werde sehr bedeutend sein. Sie war es natürlich auch mal, jedenfalls much more than today, aber das ist ein anderes Thema. Für heute fahre ich zurück nach Oer-Erkenschwick, also nicht nach Oer, sondern ihr wisst schon, wo ich mich schon fast wie zu Hause fühle.

Komoot entfällt, Tour zu einfach. Immer den Schildern nach.

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