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Die Wässrige.

Fahrrad-Rundtour über 30 km vom Hafen über Albersloh und die Hohe Ward.


Ich weiß nicht, wie oft ich die Wässrige schon gefahren bin, zig mal – verkatert, vergnügt, frustriert, frischlufthungrig oder einfach nur so. Der Blick geht meist in die Weite und zwei Drittel der Strecke könnte man freihändig fahren – je nach Ausflügeraufkommen. Mit ihrer Dauer von knapp zwei Stunden passt sie sowohl auf einen Sonntagnachmittag, als auch in einen großzügig bemessenen Feierabend. Die Wässrige führt uns an Fluss, See und Kanal entlang, vom Wasserwerk ganz zu schweigen. Das mit dem Namen wäre also geklärt. Doch der Reihe nach: Wir starten auf der Schillerstraße und sausen den Lütkenbecker Weg hinab, der irgendwann Lindberghweg heißt (mit “h“), dann geht es am Pängelanton – einer alten Dampflok – vorbei und entlang der Gleise einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, die eigentlich wieder aktiviert werden soll, wovon einige – allerdings auch schon ausgeblichene – Protestplakate zeugen. Naja, die Mühlen mahlen langsam, mir soll es recht sein. Ein paar Felder weiter erreichen wir die Werse, die so zurückhaltend an Münster vorbeiplätschert, dass man sie manchmal fast vergisst. Dabei ist sie Mutter, Schwester und Therapeut in einem, fängt auf, gibt Kraft, zwitschert, entschleunigt und riecht gut.

Es geht an Tieren vorbei – Pferde sehen wir heute sowieso unzählige, aber auch Schafe und Hühner – bis wir ungefähr zur Halbzeit in das kleine Städtchen Albersloh kommen, in dessen schläfriger Idylle plumpe Bäuerlichkeit und kurzgeschorene Spießigkeit einander Guten Tag sagen. Raus aus Albersloh und entlang der Sporthalle in die Hohe Ward hinein, ein sandiges Waldgebiet, das alleine ein vorzügliches Ziel kleinerer Ausflüge darstellt.

Wir brausen jedoch hindurch, am Hiltruper See vorbei – hätte man die Zeit, man könnte den Tag lesend an seinem Ufer verbringen und Gänsen den Hals verdrehen – bis wir am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals, schneller als die Polizei erlaubt, wieder Richtung Zentrum düsen. Hier muss ich jedes Mal eine Kröte schlucken: das Betonwerk unterbricht nämlich das Düsen am Ufer und erfordert einen lästigen Umweg durch’s Industriegebiet. Doch die letzten Meter am Kanal mit Blick auf das Hafenpanorama und die gackernden Gänse stimmen mich jedes Mal wieder glücklich und lassen die Hormone tanzen.

Tour bei Komoot

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