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Die Überraschung.

14 km rund um den Landschaftspark Hoheward und die Zeche Ewald.

Ich weiß gar nicht mehr. Am besten gefällt mir der Gedanke, ich hätte einfach in den Auto-Atlas geschaut und gesehen, dass da zwischen Recklinghausen und Gelsenkirchen ein grüner Fleck ist. Und deswegen bin ich dahingefahren. Ich will damit auf keinen Fall denjeniger unter euch das Wort reden, die denken: „Haha, ein grüner Fleck im Ruhrgebiet, das ist ja auch bemerkenswert.“ Ist es nämlich nicht. Man muss nur einmal oben von der Zeche Zollverein einen Rundblick wagen, um zu sehen, dass da überall Wälder sind. Die Kohle wurde ja nur untendrunter abgebaut. Aber der Reihe nach.

Ich parke in irgeneiner Straße am Rand von Hochlarmark und laufe los, die Drachenbrücke, die den eindrucksvollen Eingang in den Landschaftspark markiert, entdecke ich rein zufällig. Über Jahrzehnte wurde das sogenannte Bergematerial, unbrauchbares Gestein, das mit der Kohle zutage gefördert wurde, hier aufgeschüttet, vor 20 Jahren wurde ein Landschaftspark draus. Ich laufe rein. Die Hügel sind durchzogen von Moutainbike-Strecken, die ich als Wanderer nicht betreten darf, es aber trotzdem tue, denn die breiten Kieswege, die sich in langen Serpentinen hinaufbewegen, sind mir zu gähn. Oben bläst wie wahnsinnig der Wind. Auf einer angenehm weiten Fläche fangen eine Sonnenuhr und eine Art Observatorium die Blicke ein, die doch immer wieder in die unfassbare Weite schweifen. Phantastisch. Man hat das Gefühl, von hier den halben Pott zu überblicken, und den Wunsch, diesen Ort ins ständige Repertoire aufzunehmen.

Runter geht es zur Zeche Ewald, deren beeindruckende Architektur scheinbar unangetastet vor sich marodiert, nur ein paar Nebengebäude beherbergen Gastro, Museen und Schnickschnack. Kaum vorstellbar, dass hier im Jahr 2000 noch Kohle gefördert wurde. Heute führt ein beliebter Radweg durch die ehemalige Schachtanlage.

Planlos überquere ich eine Straße und lande am Ewaldsee, nicht etwa ein Nebenprodukt der Bergbautätigkeit, sondern des Baus der angrenzenden A2. Er ist Teil des Emscherbruchs, über den ich irgendwas Interessantes lese, was ich jetzt aber nicht mehr weiß. Hängenbleibt: schön.

Im Anschluss verliere ich mich und lande auf einer herrlichen Pott-Straße: die Wiedehopfstraße. Ein runtergekommenes Lokal, ein paar Gründerzeitbauten und schließlich eine, ich nenne es mal vorsichtig: Arme-Leute-Siedlung. Ich schlage mich ein wenig quer durch den angrenzenden Baumbestand und lande schließlich am Waldfriedhof Wanne-Eickel. Just for the records: mein Startpunkt lag in Recklinghausen, die Wiedehopfstraße in Gelsenkirchen und jetzt also Wanne-Eickel, zumindest ihm sein Friedhof. Auf dem Friedhof Jause. Käse und altes Brot. Hurra, ich lebe.

Den Rückweg mache ich kurz. Es geht von Süden wieder durch die dicht bewaldete Halde, ganz nice, aber unspektakulär.

Tour bei komoot

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